ddp-Psychotherapie

Was ist Verhaltenstherapie?

Moderne Verhaltenstherapie ist eine Form von Psychotherapie, mittels derer KlientInnen mit verschiedensten Problemen (z.B. Ängsten, Depressionen, Süchten, körperlichen Veränderungen) behandelt werden. Eine für jeden Klienten "maßgeschneiderte" Therapie wird von VerhaltenstherapeutInnen mit großer Einfühlsamkeit, Flexibilität und Sorgfalt auf Basis umfangreichen Fachwissens geplant und durchgeführt, wobei die aktive Mitarbeit des Klienten unerlässlich ist. Kennzeichnend für die Verhaltenstherapie ist unter anderem die enorme Vielschichtigkeit, die Wissenschaftlichkeit und die durch viele Untersuchungen belegte Wirksamkeit. Durch das Bestreben der Einbeziehung neuester Erkenntnisse und Entwicklungen aus Psychologie, Medizin, Soziologie und anderen Grundlagenwissenschaften ist die Verhaltenstherapie eine Therapierichtung, die sich in einem kontinuierlichen Wandel befindet. Die offene und flexible Grundhaltung verhindert starre, unbeugsame Konzepte und erlaubt individuelles Eingehen auf jeden Patienten.

Indikationsbereiche:

  • Angststörungen
  • Zwangsstörungen
  • Depressionen
  • Essstörungen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Suchterkrankungen
  • Psychosen (zusätzlich zu anderen Massnahmen)
  • Behandlung körperlicher Erkrankungen (chronische Schmerzen, Diabetes, Asthma, Neurodermitis, Hypertonie, Tinnitus etc.)

Wurde in den ursprünglichen Konzepten die verhaltenssteuernde Macht externer Einflüsse in den Vordergrund gestellt, so liegt nun die Betonung auf dem Streben des einzelnen nach Selbstregulation.

Der Mensch erscheint als reflexives und planendes Subjekt mit dem Wunsch nach selbständiger und positiver Gestaltung seines Lebens, ausgestattet mit der Fähigkeit, Ziele zu entwerfen und diese zu verwirklichen, aber auch dem Wunsch nach sozialen Beziehungen und einer befriedigenden Teilnahme an gesellschaftlichen Prozessen. Die Verhaltenstherapie hat sich im Laufe ihrer Entwicklung in ihren Ansatzpunkten sehr geändert. Gefühle, Gedanken und Einstellungen, vergangene und aktuelle Erlebnisse sind ebenso Inhalt wie offenes, beobachtbares Verhalten.

Verhaltenstherapie ist immer eine individuelle und maßgeschneiderte Therapie, die sich am Menschen und seinem Erleben orientiert. Die Wirksamkeit verhaltenstherapeutischer Interventionen ist vielfach belegt und sie unterliegen einer ständigen Weiterentwicklung.

Ziele der Verhaltenstherapie

Als übergeordnetes Ziel der Therapie lässt sich die Verbesserung und Stabilisierung der Autonomie festmachen. KlientInnen sollen langfristig zum eigenen Experten werden: Für ein vorhandenes Problem zu wissen, woher es kommt, welche Faktoren es aufrechterhalten und wie damit umgegangen werden kann bzw. was man dagegen tun kann.

Die Verhaltenstherapie versteht sich als eine Art "Hilfe zur Selbsthilfe", sie ist transparent − d.h. PatientInnen werden über das Vorgehen aufgeklärt, im Zentrum bleibt das gemeinsam erarbeitete Therapieziel. Das Erkennen von Problemen und deren Bedingungen ist notwendig, aber erst, wenn Betroffene in der Lage sind, die gewünschten Änderungen auch in ihren alltäglichen Handlungen (und Einstellungen) umzusetzen, ist das Ziel wirklich erreicht.

Weitere Ziele:

  • Bewältigung von Symptomen (Bsp. Schmerzen, Angst)
  • Suche nach Bedingungen, die zur Aufrechterhaltung der Probleme beitragen (Bsp. Vermeidung)
  • Das Erlernen von Fertigkeiten, die eine Bewältigung des alltäglichen Lebens erleichtern (Bsp. Atemtechniken, Verhaltensweisen)

Zielgruppen der Verhaltenstherapie

  • Kinder- und Jugendliche
  • alle Bereiche des Erwachsenenlebens bis hin zu speziellen Problemstellungen alter Menschen
  • Einzelpersonen, Paare, Gruppen

Es gibt keine Kontraindikationen, die nicht auch für andere Therapierichtungen gelten würden.

Methoden der Verhaltenstherapie

  • Kognitive Methoden (Bsp. Veränderung dysfunktionaler Kognitionen)
  • Konfrontationsverfahren (Bsp. Expositionstraining)
  • Euthyme Therapie (Bsp. Genusstraining)
  • Entspannungsverfahren (Bsp. Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen)
  • Imaginationen (Bsp. Arbeit mit Vorstellungsbildern)
  • Training sozialer Kompetenzen
  • Schematherapie
Quelle: gekürzt, verändert nach www.oegvt.at (Stand März 2018)